Hier werden nicht einfach irgendwelche Zangen, Hufeisen oder Schwerter geschmiedet – in diesen Werkstätten findet ihr unerwartete Ergebnisse besonderer Handwerkskunst.
Warum? Wir hatten Lust, unsere 1w6 Schmiede(werkstätten) um einige außergewöhnliche Schmieden zu ergänzen.
- Ulfserk (er/ihn) schmiedet Musik in Helme. Dabei arbeitet er oft mit Hartholz, aber auch mit Bronze. Die Wahl der Musiker*innen und des Liedes überlässt er seinen Kunden, wobei er sich vorbehält, einen Auftrag abzulehnen, wenn ihm die Wahl nicht zusagt. Denn für diese Arbeit muss das Lied tagelang immer wieder gespielt werden, und Ulfserk kann sich nicht die Ohren zustopfen – sonst könnte er den Klang nicht in den Helm hineinschmieden. Da er sich diese einzigartige Kunst fürstlich entlohnen lässt, haben nur wenige Kunden ausreichende Kaufkraft. Manchmal halbiert Ulfserk den Preis, stellt dafür aber eine Queste als Bedingung. In seiner Freizeit angelt der Schmied oder erfindet Windspiele, die er aber nur verschenkt, nicht verkauft. (jo)
- Aus den oberen Höhlen an den hohen Klippen hört man das klink klink klink der Hämmer, dass mit dem Donnern der Wellen und dem Lachen der Möwen ein Konzert bildet. Hier leben die Klippenzwerge, keine zwei Fuß groß, ihre blaugrauen Bärte von der salzigen Meerluft verkrustet. Sie schmieden Staub zu Sand, und jedes fertige Sandkorn wird durch ein Fenster die Klippen hinuntergeworfen. (jo)
- Darina Jassums (sie/ihr) produziert mit Hilfe von großen Pressen ein starkes Gewebe aus Gräsern. Im Schmiedefeuer werden daraus nach tagelanger Bearbeitung Rüstungen gefertigt. Darinas Rüstungen sind weithin bekannt für ihre Leichtigkeit und Belastbarkeit. (Mai)
- Die Schmiede zum goldenen Schlot wirkt verlassen. Oben auf dem Hügel glänzt der namensgebende güldene Schlot zwar noch immer poliert im Sonnenschein, doch das Gebäude der Schmiede ist völlig zugestaubt. Einzig die Hämmer und Zangen wirken, wie eben noch benutzt. Sind in der Werkstatt abends Blaupausen und Material vorhanden, finden sich die Pläne wie von Geisterhand am nächsten Morgen in bester Qualität umgesetzt. Die Bewohner der Bauernschaft in der Nähe berichten gerne von diesen wunderlichen Vorkommnissen. (Mai)
- Alle sagen immer „da“ oder etwas ähnlich unspezifisches. Vielleicht hat die Schmiede selbst keinen Namen, obwohl hier alle den ihren erhalten: Neugeborene werden hierhin gebracht. Ihr Kopf auf den Amboß gelegt. Da ist kein Hammer, kein Schmied. Aber dann wissen plötzlich alle Anwesenden, welchen Namen das Kind hat. (jo)
- Deshi, Ursprung der Wolken, wohnt hoch oben im Gebirge neben einem kristallklaren gefrorenen See. Deshi schmiedet in einer riesigen Höhle mit weiten Schlot. Die benutzten Werkzeuge sind Deshis sechs Hände, komplexe Zangen, Hämmer und Meisel, Gießformen für Wolken aller Art und ein großer Blasebalg. Aus Feuer und Rauch werden schwarze Gewitterwolken, aus Eis und Schnee schwer hängende, doch strahlende weiße Wolken, aus feinstem Atem und Poesie kleine Schäfchenwolken, und wenn Deshi sich komplett in die Arbeit hineinsteigert, entstehen nach Wochen ganze Wolkengebirge.
Man sagt, Deshi könnte sogar die Wolken soweit wandeln, dass man darauf laufen könnte. (ni) - Tief im Ozean, hinter dem Rauch schwarzer Schlote, blitzt periodisch das Licht glühendes Metalls auf. Silber- und goldbeschuppte Arbeiter schieben emsig verschiedene Tiegel in die 20 bis 30 Meter hohen Raucher. Hastig wird geschmolzenes Metall in verschiedenste Gussformen geleitet, aus welchen vorsichtig filigrane Schuppen entfernt werden. Diese werden an die Kunstschmiede gereicht, welche sofort beginnen, eiserne Fischskelette mit farbigen Mustern zu bestücken. Nach verrichteter Arbeit werden die Kunstwerke in den größten Schlot geschoben, das Zentrum und Herz der Schmiede, in dem Kunst zu Leben wird. (fo)
- Die Schattenschmiede befindet sich in der Mitte des Weba-Tals. Kommt man von Osten durch das Tal, sieht man die Schmiede nur am Vormittag, nachmittags sieht man sie, wenn man von Westen kommt. Der Schmied stellt alles, was seine Kunden haben möchten, aus Schatten her. Wie er das macht, weiß niemand. Aber seine Waren sind fast unzerstörbar und ebenso fast unbezahlbar. Und seine Ware ist immer individuell und exklusiv und einmalig. (TN)
- Der Gläserne Schmied ist ein Konstrukt aus kristallklarem, gesprungenem Glas und sein Prozess ist ein Tanz. In den Rissen seines Körpers fängt sich das Licht und er nutzt die scheinbar willkürlichen Einschlüsse in einer wahnsinnigen Choreographie. Das gebündelte Licht wirbelt, durch seine unzähligen Arme und Beine, um das gewählte Material des Kunden. Und Stück für Stück, als wäre das gewünschte Objekt schon immer innerhalb des Metalls gewesen, nimmt es Form an. Die meisten seiner Kunden kommen wieder, nicht wegen seiner Schmiedekunst, obwohl diese ein willkommener Zusatz ist, sondern einfach, um ihn wieder tanzen zu sehen. (fo)
- Barki (keine Pronomen) schmiedet Juwelen aus Blut – aus ethischen Gründen nur aus dem eigenen. Jeden Tag zapft sich Barki etwas Blut ab, sammelt es, lässt es trocknen. Aus der unansehnlich geronnenen und verkrusteten Masse hämmert Barki einen kleinen Stein, der wiederum einige Zeit ruht. Dann wird der Stein noch dichter gehämmert und erhitzt, um den schwarzbraunen Glanz hervorzurufen. Geschliffen werden die Blutsteine nicht. Der Prozess ist langwierig, und solange Barki sich weigert, Blutspenden anzunehmen, ist der Rohstoff begrenzt. Trotz des Ansehens, dass diese Kunst genießt, ist Barki die meiste Zeit arbeitslos und hat zuwenig Geld. (jo)
Idee: Jonas (asri)
Autor:innen: Foxin, Mai, Jonas (asri), Nicrey/Tim, Tristan Natsirt
Lizenz (Text): CC BY 4.0
Bildquelle: Quill-shaped cirrus cloud, CC0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Quill-shaped_cirrus_cloud.jpg

